Aus ältester Zeit
Bereits vor Jahrtausenden war unsere Heimat besiedelt. Die Menschen wohnten damals wohl meist in Höhlen, wie die Funde z. B. in der Drachenhöhle bei Mixnitz beweisen.
Eine Naturkatastrophe trat ein - es wurde feuchter und kälter und fast die ganze Obersteiermark wurde vereist. Mächtige Gletscher lagen auf den Seckauer Alpen, den Wölzer Tauern und den Seetaler Alpen. Die Gletscher reichten mit ihren Ausläufern bis in die Täler der Mur.
Aber auch diese Zeit ging vorüber und es wurde wieder wärmer. Die Menschen besiedelten neuerdings Täler und Hügel. Mit den keltischen Norikern kamen auch die Taurisker in unsere Heimat. Sie beschäftigten sich mit Ackerbau und Viehzucht, kannten die Gewinnung des Salzes und betrieben den Bergbau auf Kupfer und Eisen. Handel trieben sie mit den von Süden kommenden Etruskern und Römern.
Da erschienen im Jahre 113 v. Chr., aus dem Norden Europas kommend, germanische Völkerstämme auf Landsuche. Es waren die Kimbern. Die Einheimischen waren zu schwach, sich dieser Eindringlinge zu erwehren und deshalb riefen sie die Römer um Hilfe.
Der römische Konsul C. Papirius Carbo erlitt aber bei Noreja (dem heutigen Neumarkt) eine schwere Niederlage. Glücklicherweise verließen die Kimbern bald wieder das Land und zogen südwestwärts nach Gallien. Unsere engere Heimat gehörte damals zur römischen Provinz Noricum.
Die Römer legten Straßen an, um die Nordgrenzen ihres Reiches zu schützen und um Handel treiben zu können. Neben den wichtigen Nord-Süd-Verbindungen führten auch Verkehrswege durch das Murtal, teilweise an beiden Seiten des Murufers. Eine Furt gab es am südöstlichen Ende des "Eichfeldes".
An die Römerzeit erinnern noch Römersteine und Münzenfunde. Die drohenden Gefahren durch die durchziehenden Völker nach dem Süden, machten es verständlich, dass die Menschen ihre Schätze an abgelegenen Orten in der Erde vergruben.
So fand man im Jahre 1837 im Preggraben, hinter Müllers Hube, wie es in einem Bericht heißt (L. Hammer: "Aus Knittelfelds Vergangenheit"), einen großen Silberschatz bei Wegaus-
besserungsarbeiten. Als man einen kleinen Hügel abgrub, stieß man auf Silbermünzen aus der Zeit der römischen Soldatenkaiser. Es fanden sich zahlreiche Münzensammler ein, so dass nur ein Teil der Münzen erhalten geblieben ist und in das Landesmuseum Joanneum nach Graz kam. Der Münzenfund der Bewohner des Preggrabens in den Apriltagen des Jahres 1837 war sicher lange Zeit Gesprächsstoff in der ganzen Umgebung.
Die Münzen stammten aus der Zeit der Kaiser Alexander Severus (222 - 235 n. Chr.), Gordian III., Philipus I., Otacilian, Decius Hostilian bis Kaiser Gallenus (253 - 268 n. Chr.).
Steinerne Dokumente aus jener Zeit fand man u. a. auch in Feistritz und Kobenz. Eine römerzeitliche Inschrift auf einem Grabstein, der sich als Rest der römischen Besiedlung in St. Benedikten befunden hatte, diente lange Jahre als Türschwelle beim Wohnhaus Eberhart und wurde leider bei der Renovierung des Wohnhauses zerschlagen.
(Quelle: Chronik "900 Jahre St. Lorenzen", SR Alex Leitgeb)

- historische Ansicht von St. Lorenzen bei Knittelfeld
