St. Lorenzen bei Knittelfeld

Die Fentscher Quelle

Im topographisch statistischen Lexikon von Steiermark aus dem Jahre 1883 von Josef Andreas Janisch wird bei St. Lorenzen auch die Sauerbrunnqelle angegeben.
Diese Quelle liegt zwar in der Ortschaft Fentsch, zur Gemeinde St. Marein bei Knittelfeld gehörig, aber auch in den amtlichen Ausschreibungen der k. u. k. Bezirkshauptmannschaft Judenburg werden immer wieder die Heilquellen von St. Lorenzen zitiert, wenn es um die Abgrenzung der Schürfrechte bei Schürfbewilligungsansuchen geht.

Ferdinand Kraus berichtet in seinem Werk "Die eherne Mark" über den Lorenzer Sauerbrunn:

"Im Laufe des Jahres 1874 wurden drei Quellen von Prof. Dr. Richard Godefrey einer Analyse unterzogen und die 1. und 2. Quelle wegen ihres hohen Gehaltes an Kohlensäure, an Natron, an Chlornatrium, an Eisencarbonat und an freier Kohlensäure als starke alkalisch-muratische Stahlsäurelinge befunden, während die 3. Quelle nur als alkalisch-muratischer Säuerling bestimmt wurde. Der Sauerbrunn ist besonders geeignet, die Tätigkeit der Verdauungsorgane und die Stuhlentleerung zu fördern."

Univ. Prof. Peters aus Graz hat auf den großen Jod- und Lithiumgehalt dieser Quelle hingewiesen, die er als "Unicum" in Europa bezeichnet.
Als Heinrich Ritter von Mauerer die Quelle im Jahre 1879 erworben hatte, stieg der Absatz des "Fentscherwassers", wie es dann allgemein hieß, stark an. Der Versand per Bahn wurde ausgebaut und es ist der Einflußnahme des Herrn Ritter von Maurer zuzuschreiben, dass der Bahnhof St. Lorenzen unter Knittelfeld in Fentsch - St. Lorenzen umbenannt wurde.

Der Besitzer der sogenannten Lorenzer Quellen wurde später wegen seiner besonderen caritiativen Leistungen für die Gemeinde St. Lorenzen auch zum Ehrenbürger von St. Lorenzen ernannt.
Nach dem Tode von Heinrich Ritter von Maurer verkauften seine Erben die Heilquellen 1910 an Dr. Adolf Ehrlich und Franz Auf. 1916 erwarb der Rechtsanwalt Dr. Haserth die Brunnenanlagen und nach dem 2. Weltkrieg verfielen die Quellen allmählich unter dem letzten Besitzer Franz Dietrich.
(Quelle: Chronik "900 Jahre St. Lorenzen", SR Alex Leitgeb)