In alten Urkunden und Aufzeichnungen
Aus der Christianisierung der Ostalpenländer haben vor allem die Erzbischöfe von Salzburg und die von ihnen gegründeten Klöster und Stifte mit den verschiedenen Ordensgemeinschaften maßgeblichen Anteil.
Zu den ältesten Pfarren des oberen Murtales gehörte neben Fohnsdorf, Pöls auch Kobenz, das als Ort schon um das Jahr 860 (Chumbenzam) genannt wurde. Der Kirchenpatron ist der hl. Rupert, auch ein Hinweis auf die Verbindung zu Salzburg.
Erzbischof Gebhard von Salzburg gründete im Jahre 1047 das Benediktinerstift Admont. Er versah das Stift mit Landbesitz und zahlreichen Rechten, u. a. auch im Kraubathgau und im Undrimagau (Eichfeld). So wurde namentlich angeführt die Übertragung des Zehents zu "Listah (Leistach) von der Einoede Predigoy (Gulsen-Preg) vers (gegen) Governicz (Gobernitz) bis an die Grenze von Judinburgh".
Edelleute stifteten Kapellen und Kirchen, die dann Mittelpunkte für Ansiedlungen wurden. So stiftete der Edle Hartnit von Waldeck im Jahre 1075 zwei Kirchen:
Maria zu Feistricz und Laurentii ecclesia in Listah.
Später erwarb Hartnit von Waldeck (Vater des Adalram von Waldeck, des Gründers von Seckau) die Pfarrechte für seine Kirche in Feistritz und überließ dafür dem Erzbischof von Salzburg seine Kirche zu Lorenzen in Leistach. Die romanische Kapelle in Lorenzen war bis dahin eine sogenannte Eigenkapelle des Harnit von Waldeck.
(Rudolf List: Steirischer Kirchenführer)
1151 (nach P. Dr. Benno Roth, OSB "Dom im Gebirge") kam St. Lorenzen an das Kloster Seckau.
Unter Erzbischof Eberhard I. (1147 - 1164) wurde um 1156 die Mutterkirche Kobenz, die bis dahin aus Holz bestanden hatte, in Stein erbaut und neuerdings vom Erzbischof konsekriert. Zur selben Zeit wurde auch St. Lorenzen vom Erzbischof geweiht.
1225 verpflichtete der Seckauer Dompropst Hegemann den Vikar Bertold von St. Margarethen an der Glein gegen Überlassung aller dem Stift zugehörigen Zehente zwischen den Bächen Lobming und Preg auf Lebenszeit, den Wald zu roden, die Gegend fruchtbar zu machen und mit Ansiedlern zu bevölkern.
Im Jahre 1255 wurde St. Lorenzen der Pfarre St. Margarethen zugeteilt und es verblieb bei dieser Pfarre bis zum Jahre 1742.
Ab der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts haben sich die Besitzverhältnisse in unserer Gegend durch Schenkungen und Tauschverträge zugunsten des Klosters Seckau verändert. Das Stift Admont versuchte seinen Besitz um die Kirche St. Benedikten zwar zu vergrößern, aber auch weltliche Grundherrn, wie die Stubenberger, die Lobminger und Prankher erwarben in unserer Gegend Grundbesitz.
(Quelle: Chronik "900 Jahre St. Lorenzen", SR Alex Leitgeb)
