St. Lorenzen bei Knittelfeld

Von der heimischen Sagenwelt

Stand auf dem Kogel hinter dem Gugumoarhof (Reiter) in St. Lorenzen eine Burg?

Eine Frage, die auch heute noch die Einheimischen bewegt. Eine ähnliche Frage wird auch für den Schloßkogel in Schütt, Katastralgemeinde Pichl, gestellt.
Man hat auf dem Hügel hinter dem Gugumoarhof mehrmals gegraben und dabei große Steine und Mauerreste gefunden, die aber keinen Aufschluß über eine Burganlage erbracht haben. Ein alter Weg, der durch den Hochwald bis auf den Kogel führt, hat die Vermutung auf eine verfallene Burg immer wieder genährt.
Auch unser verstorbener Heimatforscher Lois Hammer ist diesen Erzählungen nachgegangen und er meinte, dass an den Vermutungen etwas Wahres sein könnte. Vielleicht war hier eine geschützte Wehranlage, wie sie vielfach auf Bergeshöhen zu finden waren, die den Menschen, die vor Feinden fliehen mussten, Schutz geben sollte. Diese Wehranlagen waren in ihrer einfachsten Form oft nur mit Pallisaden und Dornengestrüpp errichtet und auch schon in vorrömischer Zeit bekannt. Vielleicht waren der Burgkogel in Lorenzen und der Schloßkogel in Schütt Zufluchtstätten für unsere Vorfahren oder auch Stellen, wo die Bewohner durch Rauch- bzw. Feuerzeichen Kunde geben wollten, dass Feinde im Anmarsch waren.

Burgen im eigentlichen Sinne wurden in unserer Gegend erst während des Investiturstreites, zur Zeit der Eppensteiner erbaut. Wohl gab es damals schon Wehrhöfe am Fuße von Hügeln oder in der Nähe wichtiger Flußübergänge. Der Sunhaz-Hof (heute Hafellner in St. Lorenzen) dürfte so eine Anlage gewesen sein und R. Baravalle meint, dass auch der Untere und der Obere Pirker in der Nähe des Überganges über die Mur zu solchen Wehranlagen gehört haben.
<small>(Quelle: Chronik "900 Jahre St. Lorenzen", SR Alex Leitgeb)</small>